Mein Engel fährt Motorrad

Achim B. , 43 Jahre  //   01.07.12
Foto: JUREC / pixelio.de

Meine Frau und die 4 Kinder schlafen bereits. Ich quäle mich und weiß, eigentlich müsste ich anhalten. Nur noch 150 Kilometer bis nach Hause. Die schaffe ich noch. Wenn ich jetzt anhalte, wachen die Kinder auf. So können sie schlafen und wenn sie aufwachen sind wir angekommen. Im Baustellenbereich fahre ich in der linken Spur. Dichter Verkehr in beiden Richtungen. Die Fahrbahn 2 Meter breit. Die entgegenkommenden Fahrzeuge trennt ein weißer Doppelstrich auf der Fahrbahn. Wenn ich nur auch schlafen könnte … (darüber schlafe ich ein – Sekundenschlaf!).

Ich schrecke auf.  Von links hinten kommend überholt mich laut knatternd ein Motorrad. Abgesägter Auspuff, Schopperlenker – in Sekundenbruchteilen bin ich hellwach. Kein Motorrad überholt mich, stattdessen dichter Gegenverkehr. Bis auf die normalen Autogeräusche – tiefe Stille. Benommen, der Schreck sitzt tief, fahre ich bei der nächsten Abfahrt ab und halte an. Ein große Klarheit und Dankbarkeit überkommt mich. In diesem Moment ist mir absolut klar: hier hat Gott einen Engel geschickt und Bewahrung geschenkt. Was wäre passiert, wenn ich nicht aufgewacht wäre …

Die Familie wacht auf: was ist? Warum stehen wir hier? Nach einer Weile setzen wir die Heimreise fort. Die Dichtheit des Erlebens schwindet, Alltag überdeckt das Erlebte. Wie wertvoll ist das geschenkte Leben? Hat Gott hörbar eingegriffen? Was bedeutet das Erlebte für mein Leben? Ja – ich bin von Gott geliebt, sein Kind. Manchmal reicht der flüsternde Lufthauch nicht (1. Könige 19, 11 und 12) und es braucht über 100 Dezibel, damit ich aufwache. Mein
Schutzengel fährt Motorrad – Gott Danke! Neben dem Schutzengel gibt es auch den Richtungsengel und die Liebesengelin in meinem Leben, aber das sind andere Geschichten.

Achim B. , 43 Jahre  //